Dienstag, 24. Juni 2008

Klimawandel schmiedete den Menschen



Eine amerikanische Forschergruppe sucht in den Klimaschwankungen während der vergangenen vier Millionen eine Antwort auf die Frage, was den Menschen zum Menschen machte.
(jkm) - Am sechsten Schöpfungstag schuf Gott den Menschen zu seinem Ebenbild. Für ein Drittel der Weltbevölkerung ist der biblische Schöpfungsbericht die Grundlage ihres Glaubens und Wissens. Eine amerikanische Forschergruppe sucht dagegen im globalen Klimawandel eine Antwort auf die Frage, was den Menschen zum Menschen machte.
Drei Mitarbeiter des amerikanischen Nationalmuseums, René Bobe, Anna Behrensmeyer und Ralph Chapman, vergleichen in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Human Evolution" die Klimaveränderungen während der vergangenen vier Millionen Jahre mit den Entwicklungssprüngen in der Säugetierfauna Ostafrikas.
Ihre Studie ist Teil des Global Change Research Program (USGCRP), das 1990 vom amerikanischen Kongress eingerichtet wurde, um weltweite Veränderungen der Umwelt zu beobachten, zu dokumentieren und vorherzusagen.
Als Vergleichsbasis wählten die Wissenschaftler die besonders zahlreich erhaltenen Fossilien im Tal des Omo-Flusses im Südwesten Äthiopiens. Die zerklüfteten Schluchten des 900 Kilometer langen Stroms dienten als Durchgangsstraße für alle Entwicklungsphasen des Menschen, angefangen beim Australopithecus, dem aufrecht gehenden "Südaffen".
Die säurearmen Böden am Nordrand des Afrikanischen Grabens fördern die Konservierung der fossilen Knochen. Außerdem ist in allen Erdschichten Vulkanasche anzutreffen. Die eingelagerten Elemente Kalium und Argon ermöglichen eine genaue Datierung der Funde selbst aus erdgeschichtlichen Zeiten, in denen andere Verfahren versagen.
Im gesamten Zeitraum zwischen 3,4 und zwei Millionen Jahren vor heute beobachten die Forscher einen ständigen Rückgang der Temperaturen und eine Zunahme der Häufigkeit von Klimaumschwüngen mit ausgeprägten Temperaturgegensätzen. Diesem Langzeittrend entspricht eine Ausdünnung des dichten Baumbestands hin zu offenen Waldländern.
Vor 2,9 bis 2,7 Millionen Jahren lässt sich erstmals eine deutliche Veränderung in der Tierwelt feststellen. Die Zahl der Säugetiere wuchs wegen der günstigen Nahrungsbedingungen ganz erheblich an, ohne dass es zu einer Ausbreitung neuer Tierarten gekommen wäre.
Ein weiterer Wechsel vor etwa 2,5 Millionen Jahren fällt mit dem Auftreten des ersten Menschen, den frühesten Werkzeugfunden und dem Aussterben des kräftig gebauten Australopithecus zusammen.
Auf ein 200.000 Jahre dauerndes Intervall, in dem sich die Tierwelt im Omo-Tal kaum verändert hatte, folgte eine Zeit großer Schwankungen im Bestand der Säugetiere. In dieser entscheidenden Epoche von 100.000 Jahren setzte sich der moderne Mensch gegen seine Vorfahren durch.
Dennoch meinen die Forscher, dass die Veränderungen in der Tierwelt nicht vom Menschen verursacht wurden. "Wir schließen," so schreiben sie, "dass der Klimawandel bedeutende Veränderungen der Vegetation im vorzeitlichen Ökosystem des Omo-Tales auslöste und eine plausible Erklärung für den allmählichen ökologischen Wandel vom dichten Baumwuchs zum offenen Waldland bietet."
Für den Erfolg des modernen Menschen ist demnach seine große Anpassungsfähigkeit an einen häufigen und schnellen Wechsel des Klimas, der Vegetation und des Tierbestands verantwortlich.

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